Mobirise


Künstlerhilfe e.V.

Ziel und Zweck des Vereins ist die Unterstützung, insbesondere kulturelle Förderung von Bühnenkünstlern mit einer nachweisbar vorliegenden psychischen Erkrankung und Depression, sowie die Förderung von Kunst und Kultur. Der Verein soll dazu beitragen, die seelische Gesundheit psychisch erkrankter Künstler durch Auftritte zu fördern und dient auch dem Ausbau des Trialogs zwischen Betroffenen, Ihrem sozialen Umfeld und Angehörigen und Helfenden.
Hauptziel des Vereins ist ein Zentrum für Intensivtherapie in Hamburg zu gründen um schnell und zuverlässig helfen zu können. 

Tante Woo und Roman Who?
Hommage an Udo Jürgens,

Veranstaltungsort : Kukuun, St. Pauli

Der Verein

Schirmherrin Tante Woo

Warum der Verein ?

Ich bin seit 2011, nach erfolgreicher Karriere als Leiter des künstlerischen Betriebsbüros und Leiter der Opernabteilung des Festspielhauses Baden-Baden über meine bi-polare Störung gestolpert, die sich durch verschiedene Faktoren von Stress, privaten Dingen und durch eine Perspektivlosigkeit zum ersten Mal bewusst zeigte. 

Das klingt jetzt erst einmal für gesunde Menschen nach völlig normalen Alltagsproblemen, die zu bewältigen sind. Für mich leider nicht und nicht mehr. 

Meine Störungen wurden stärker und stärker und nur durch 4 Jahre Therapie, die nach wie vor andauert, habe ich die Ursachen mittlerweile verstanden, kann aber die Krankheit als solche nicht mehr beheben. 

Daher habe ich 2013 Rente beantragt und saß nun untätig, gefangen zu Hause und fühlte mich ebenfalls schlecht.

Ich wurde von niemandem mehr gebraucht und vor allem konnte ich weder auf die Bühne, noch singen oder andere Tätigkeiten verrichten, weil ich durch die manisch - depressiven Episoden nicht in der Lage war und und bin. 

Auf gut Deutsch : Man kann mit mir und meiner Arbeitskraft nicht mehr verlässlich rechnen. 


Da ich fast mein ganzes Berufsleben an Bühnen und auf Bühnen verbracht habe, ich im internationalen Musikbusiness gearbeitet habe, weiß ich um viele Künstler jeglicher Art, die schwere Depressionen und Störungen haben, sich trotzdem weiter durch den Alltag kämpfen, vielleicht irgendwann versagen und dann oftmals den Suizid als letzen Ausweg sehen. 


Ist man erst in die Abwärtsspirale geraten, hat den Job verloren oder befindet sich im leeren Raum, weil die Rente oder andere finanzielle Säulen nicht bestätigt sind, hat man es besonders schwer. Ist man in einer depressiven Phase, ist es so gut wie nicht möglich, Termine wahrzunehmen, Behördengänge zu machen oder sich überhaupt um ein soziales Netz zu kümmern, letzteres bricht meistens durch Unverständnis von Freunden und Familien auch in sich zusammen. Habe ich selber erlebt. 


Ich habe in meinen manischen Phasen, und aufgrund meiner Ich Störung, in denen ich vor lauter Ideen nur so platze und so unter Strom stehe, das ich mit meiner Energie irgendwohin muss, eine zweite Figur erschaffen, nämlich Tante Woo. 


Tante Woo ist eine Drag Queen, die biographische Züge von mir trägt : Sie war Opernsängerin, wird nun umgeschult um Ihr ALG zu verlängern, wird von Sachbearbeitern gedemütigt und ausgegrenzt, singt sich durch die Szene mit teils eigenen Texten zu bereits populärer Musik, und macht so auf die Umstände aufmerksam, die ich als Andreas oftmals nicht hinbekomme. 


Tante Woo ist eine Therapiefigur, die dazu dient Aggressionen die ich gegen mich richte abzubauen und bewirkt eine entscheidende Funktion: Eine Bestätigung von außen zu bekommen, irgendetwas gut zu machen, etwas zu leisten für die Gesellschaft. Denn ohne eine Bestätigung von außen, gehen wir Menschen ein und verfallen in eine Depression. 


Durch den Umstand, das ich Rentner bin und mich durch zahlreiche Gutachter habe quälen müssen, schwebt bei solchen unbezahlten Auftritten immer die Angst mit, das man den Rentner Status wieder aberkannt bekommt, eben weil man Künstler war und von vielen Gutachtern und Ärzten nicht wahrgenommen wird, das Kunst machen eine Lebensnotwendige Komponente in unserem Leben ausmacht. Ja, vielleicht so gar Lebenserhaltend ist. 


Und genau das ist ein weiterer Punkt, warum ich diesen Verein ins Leben gerufen habe : Ein Versicherungsvertreter wird bei einem Gutachter nie zu hören bekommen, sie singen unentgeltlich auf einer Kleinkunstbühne und sind deswegen wieder arbeitsfähig. 

Künstler hingegen, werden mild belächelt und vor allem nicht ernst genommen.

Im Klartext : Künstler haben es enorm schwer, Ärzten oder Gutachtern Ihren Leidensdruck glaubhaft zu machen, da unterschwellig die Unterstellung des Schauspielens immer im Raum steht. 

Nur : Wir als Künstler müssen nach außen hin Kunst machen. Ohne Kunst, werden wir zusätzlich unserer Identität beraubt. 

Denn nur weil wir singen, tanzen oder sprechen oder, oder sind unsere Störungen nicht behoben und eine Depression, glauben Sie mir, kehrt immer wieder wie ein Schlag ins Gesicht zurück, manchmal so plötzlich das man selber gar nicht weiß wie einem geschieht. 


Ich möchte es mir nun zur Aufgabe machen , Mitglieder in diesem Verein, dazu zu animieren, durch das Ehrenamt wieder zu spielen, zu singen, etc. Durch das ausüben eines Ehrenamtes wird aber das Konstrukt der Absicherung nicht gefährdet. 


Zum anderen haben ordentliche Mitglieder, die nachweisbar auf der Bühne oder eine künstlerische Tätigkeit ausüben und über eine gesicherte Diagnose verfügen, die Möglichkeit, Förderungsanträge an den Verein zu stellen und aus den gesammelten Mitteln des Vereins eine finanzielle Unterstützung zu erhalten. 

Das bedeutet: Wenn .z.b. eine schnelle Therapie notwendig ist, aber die finanziellen Mittel nicht ausreichen um so etwas mal eben aus eigener Tasche zu bezahlen, dann kann der Verein durch eine Förderung helfen.

Auf einen Therapieplatz einer Kasse wartet man in der Regel hier in Hamburg 2 Jahre. 


Ich möchte aufklären und helfen, damit es möglich wird, das 

a ) viel mehr über das Krankheitsbild Depression als auch andere psychische Störungen bekannt wird. 

b ) Menschen helfen und über neue Techniken der Bewältigung der Krankheit informieren und Betroffene , Angehörige und Helfende an einen Tisch bringen. 


Ich bin krank , sehr krank mitunter, aber eines bin ich nicht : Dumm. 


Und das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt : Kranke Menschen denken oft, ich eingeschlossen, das die ganze Lebensleistung durch das Ausscheiden aus dem Job durch die Krankheit verloren geht. 


Nein, das tut sie nicht. Aber da wir von der gesunden Gesellschaft als nicht mehr belastbar abgewiesen werden, manifestiert sich dieser Gedanke sehr, sehr schnell.


Ich wünsche mir, das wir gemeinsam dafür sorgen, offener über diese Krankheit in der Gesellschaft zu reden und mit der Diskussion dafür sorgen können, das Politik und Gesellschaft erkennen, Betroffene wieder Ihren Kräften entsprechend zu integrieren und in der Gesellschaft zu verankern.


Ihr 


Andreas Schmidt


Download Merkblatt.pdf


Termine

  • 22.04.17 

    Schmidt Mitternachtsshow
    Veranstaltungsort : Schmidt Theater St. Pauli

  • 29.07.17

    Tante Woo und Roman Who?
    Hommage an Udo Jürgens, 
    Veranstaltungsort : Kukuun , St. Pauli

  • 06.08.17

    CSD große Bühne 

  • 15.10.17

    Benefizkonzert
    Veranstaltungsort: Amadeus in Köln

  • 28.10.17 

    Benefizkonzert zum 1 jährigen Bestehen der Künstlerhilfe e.V.
    Veranstaltungsort : Kukuun , St. Pauli 

  • 12.11.17

    MERCI CHERIE, UDO
    Tante Woo und Roman Who?
    Hommage an Udo Jürgens
    Veranstaltungsort : Kulturvilla in Mettmann

  • 25.11.17

    Benefizkonzert
    Veranstaltungsort: Contact Bar , St. Georg 

  • 21.12.17

    Weihnachtssingen
    Veranstaltungsort: Contact Bar , St. Georg 

  • 24.12.17

    Schrille Nacht
    Special der Schmidt Mitternachtsshow
    Veranstaltungsort : Schmidt Theater, St. Pauli